Sensationeller zweiter Chart-Einstieg von Sol Gabetta

sol gabetta hofmann haydn mozartAuf ihren bisherigen Einspielungen hat sich die argentinische Cellistin Sol Gabetta Cello-Konzerten aus dem Barock (Vivaldi), der Romantik (Tschaikowsky) und der klassischen Moderne (Schostakowitsch) gewidmet. Mit ihrer neuen Aufnahme für RCA/Sony präsentiert Gabetta jetzt erstmals Konzerte aus der Zeit der Wiener Klassik. Neben dem berühmten C-Dur-Konzert von Joseph Haydn hat sie mit dem Kammerorchester Basel unter der Leitung von Sergio Ciomei zudem zwei Repertoire-Raritäten eingespielt, die von dem Haydn-Zeitgenossen Leopold Hofmann und von Wolfgang Amadeus Mozart stammen. Während Hofmanns Konzert ein Originalwerk ist, ist das Mozart-Konzert ein Arrangement seines Oboenkonzerts KV 314 durch den ungarisch-amerikanischen Dirigenten Georg Szell. Da Mozart keine einzige Komposition für ein solistisches Violoncello hinterlassen hat, arrangierte Szell das Oboenkonzert in Zusammenarbeit mit dem Mozart-Forscher Alfred Einstein für den Cellisten Emanuel Feuermann. Für den langsamen Satz wählte Szell hingegen das Andante aus dem Violinkonzert KV 470. Für Sol Gabettas Einspielung hat nun der Cembalist und Pianist des Kammerorchester Basel, Sergio Ciomei, das Andante des Oboenkonzerts für Cello spielbar gemacht.

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Von Sergio Ciomei stammen auch die Kadenzen in dem dreisätzigen Cello-Konzert von Leopold Hofmann (1738 – 1793). Der gebürtige Wiener war seinerzeit ein hoch angesehener Komponist, der mit Haydn und Gluck auf eine Stufe gestellt wurde. Hofmann, der bis zu seinem Tod Domkapellmeister am Wiener Stephansdom war, komponierte neben zahlreichen Konzerten für Flöte, Oboe und Violine insgesamt vier Cello-Konzerte. Das D-Dur-Konzert spiegelt in seiner vielschichtigen Anlage, mit seinen empfindsamen Kantilenen und einer anspruchsvollen Vitalität den Geist des 18. Jahrhunderts wider.

Das Konzert von Hofmann ist wahrscheinlich zeitnah zu dem zwischen 1762 und 1765 komponierten Haydn-Konzert C-Dur Hob. VIIb:1 entstanden. Das Werk galt lange als verschollen. Erst 1961 entdeckte man in einem böhmischen Archiv eine handschriftliche Kopie dieses dreisätzigen Werkes. Heute zählt  das Konzert Nr. 1 neben dem D-Dur-Konzert von Haydn zu den meistgespielten Kompositionen für diese Besetzung. Ist im Eröffnungssatz noch der Geist des Spätbarocks spürbar, zeigt sich das Adagio höfisch elegant und klassisch-empfindsam. Das Finale (Allegro molto) besticht schließlich in seiner Rasanz und Virtuosität, die fast den Charakter eines Perpetuum Mobile besitzt.

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