Kobzar – einen passenderen Titel hätten Haydamaky nicht finden können für ihr neuestes Werk.
Früher zogen diese meist blinden Sänger wie die mittelalterlichen Troubadoure von Ort zu Ort, spielten die Bandura, die traditionelle ukrainische Zither, und sangen ihre Balladen von ruhmreichen und freiheitlichen Kosakenzeiten. So ist der Kobzar auch zu einem Sinnbild des ukrainischen Bewusstseins geworden. Der Nationaldichter der Ukraine Taras Schewtschenko schrieb bewusst auf Ukrainisch, das vor 150 Jahren noch als Bauernrussisch verpönt war. Schewtschenko ist der Goethe der Ukraine und die Gedichtsammlung Kobzar ist sein Faust – eine Sammlung von Gedanken und Bildern, die ein ganzes Zeitalter und die Stimmungen der menschlichen Seele in Verse bannt.
In dieser Tradition sehen sich auch Hay...
Daily Archives 6. Mai 2008
Re-importing the culture
Ein sonniger Frühlingstag im Kurort Bansko in Bulgariens Bergen. Der CD-Laden um die Ecke hat nur West-Schrott. Aber vor mir an der Wand hängt ein Plakat mit der Aufschrift »BALKAN BEATS«. Wer und was sich heutzutage nicht alles mit dem Label »Balkanbeats« schmückt … Und gerade auf dem Balkan bringt mich das zum Schmunzeln: Re-importing the culture.
Aber es gibt nur ein Original. Und das brodelt seit gut einem Dutzend Jahren in Berlin. DJ Robert Soko hat seinen Zigeunerpunk schon gebürstet, als man sich auf dem Balkan noch gegenseitig die Köpfe einschlug. Inzwischen braust diese verrückte Musik also nicht nur durch den gesamten Westen, sondern auch zurück auf den Balkan, wo sie wieder mutiert und zurückgespült wird...






